Trainingswoche auf dem Moorhof

Eine Woche auf dem Moorhof – Fühlen, Verstehen und Wachsen

Meine Trainingswoche im Oktober 2026

Manchmal läuft nicht alles so, wie man es sich gewünscht hat. Eigentlich hätte ich Luci unglaublich gerne wieder mit zum Moorhof genommen. Doch nach ihrem Hufbeinbruch an Ostern war das leider noch nicht möglich. Also ging es dieses Mal ohne mein eigenes Pferd auf die Reise – aber mit ganz viel Vorfreude auf eine intensive Trainingswoche.

Und eines war für mich von Anfang an klar: Alles, was ich hier lerne, nehme ich irgendwann mit nach Hause zu Luci und Henry.

In der Bodenarbeit mit Georgie beschäftigten wir uns intensiv mit dem Zusammenhang zwischen Biegung, Schultervor, Schulterherein und den Schwungrichtungen der Vorder- und Hinterbeine.

Dabei ging es vor allem darum, genauer hinzusehen: Wohin bewegen sich die Beine tatsächlich? Welche Auswirkungen haben meine Hilfen? Und wie kann ich die Bewegung des Pferdes so beeinflussen, dass es seinen Körper besser organisieren kann?

Mit Aramis durfte ich mich unter anderem mit Übergängen und der versammelnden Arbeit beschäftigen. Besonders spannend war der Weg vom Schritt über den versammelten Schritt und die halben Tritte bis hin zum Galopp. Aramis gab mir dabei wunderbar viel Zeit, die Bewegungen zu beobachten, zu fühlen und mit meiner Hilfengebung zu experimentieren.

Immer wieder wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, nicht einfach nur eine Lektion auszuführen, sondern zu verstehen, was dabei im Pferdekörper geschieht.

Ein besonderes Erlebnis waren meine Reiteinheiten mit Guinness.

Hier konnte ich mich intensiv mit der Wirkung meiner Sitz- und Schenkelhilfen beschäftigen. Wie gelingt es mir, anzutraben, ohne das Pferd aus seiner Balance zu bringen? Wie erhalte ich einen fleißigen Trab, in dem das Pferd die Verbindung zur Hand sucht? Und wie kann ich auf gebogenen Linien die Biegung verändern, ohne die gemeinsame Balance oder die gewünschte Linie zu verlieren?

Wir arbeiteten unter anderem an Schultervor, Schulterherein, Kruppeherein, Renvers und schließlich auch an Traversalen.

Dabei waren es oft die kleinen Veränderungen meiner Hilfengebung, die einen großen Unterschied machten.

Besonders wertvoll war für mich, immer deutlicher fühlen zu können, wann eine Hilfe notwendig ist, wie viel davon gebraucht wird und wann ich wieder nachgeben kann.

Denn etwas theoretisch zu verstehen, ist das eine. Es im richtigen Moment tatsächlich zu fühlen und umzusetzen, ist noch einmal etwas ganz anderes.

Auch beim Zuschauen konnte ich in dieser Woche unglaublich viel lernen. Besonders spannend war es, die Arbeit mit Hugo zu beobachten.

Beim Longieren mit Aktivstop, im Schulterherein und Kruppeherein und schließlich in der Langzügelposition konnte ich verfolgen, wie die Hilfen auf Hugos Bewegungen wirkten und wie er zunehmend seinen Körper organisierte.

Dabei hatte ich die Gelegenheit, die Zusammenhänge zwischen Hilfengebung, Balance und Bewegung einmal ganz bewusst von außen zu betrachten.

Gerade dieser Perspektivwechsel war für mich besonders wertvoll. Während ich bei der eigenen Arbeit gleichzeitig beobachten, fühlen und reagieren muss, konnte ich mich hier vollständig darauf konzentrieren, die Bewegungen und ihre Veränderungen zu erkennen.

Auch das gehört für mich zum Lernen: genau hinsehen, Zusammenhänge verstehen und daraus neue Ideen für die eigene Arbeit entwickeln.

Neben den intensiven Trainingseinheiten gab es natürlich auch viele schöne Momente abseits des Reitplatzes.

Ich habe mich unglaublich gefreut, diese Woche gemeinsam mit Sabine verbringen zu können. Zusammen lernen, Erfahrungen austauschen, lachen, lecker essen gehen und die Tage in der wunderschönen Atmosphäre des Moorhofs ausklingen lassen – das gehört für mich genauso zu einer gelungenen Trainingswoche.

Besonders wertvoll war auch eine Theorieeinheit mit Marius, in der wir uns über die weitere Arbeit mit Luci austauschen konnten. Ich habe einige gute Ideen mitgenommen, die ich in unserer gemeinsamen Arbeit aufgreifen möchte, sobald sie wieder so weit ist.

Am Ende dieser Woche nehme ich nicht einfach nur neue Übungen oder Lektionen mit nach Hause.

Ich nehme ein besseres Verständnis für Bewegungszusammenhänge mit, ein feineres Gefühl für meine Hilfengebung und viele neue Fragen, mit denen ich mich weiter beschäftigen möchte.

Vor allem aber hat mir diese Woche wieder gezeigt, wie faszinierend die Akademische Reitkunst für mich ist. Je mehr ich lerne, desto deutlicher erkenne ich, wie viel es noch zu entdecken gibt.

Und vielleicht ist genau das das Schönste an diesem Weg: dass man nie aufhört, gemeinsam mit den Pferden zu lernen.

Danke an Marius, die wunderbaren Pferde und natürlich an Sabine für diese besondere Woche.

Und Luci? Ich hoffe sehr, dass wir eines Tages wieder gemeinsam auf dem Moorhof ankommen werden. 🤎

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