Bodenarbeit mit Henry

Mit Henry entwickelt sich langsam eine schöne Trainingsroutine. Ich merke immer mehr, wie wichtig Wiederholungen sind – nicht nur für ihn, sondern auch für mich.
Im Führtraining arbeite ich im Moment viel daran, auf Höhe seiner Schulter zu bleiben. Ehrlich gesagt fällt mir das noch gar nicht so leicht. Besonders dann, wenn Henry stolpert oder sich seine Bewegung plötzlich verändert, neige ich dazu, unbewusst meine Position zu verändern. Genau deshalb üben wir diese Grundlage immer wieder. Denn nur wenn meine Position stimmt, kann ich ihm auch klare und verständliche Hilfen geben.
Ein fester Bestandteil unseres Trainings ist inzwischen das Schulterherein geworden. Mir ist dabei wichtig, dass Henry die Übung nicht vorwegnimmt. Deshalb beginnen wir immer mit einem ruhigen, geraden Führen. Erst wenn das gut funktioniert, frage ich das Schulterherein ab. Genauso bewusst beenden wir die Übung auch wieder und kehren in das normale Führen zurück. So lernt Henry, zwischen den verschiedenen Aufgaben zu unterscheiden und nicht in eine Übermotivation zu geraten.
Zwischendurch halte ich immer wieder an und frage im Stand die äußeren Schenkelhilfen und die innere Zügelhilfe ab. Das gibt Henry kleine Denkpausen und hilft ihm, aufmerksam zu bleiben, anstatt einfach nur immer mehr anzubieten. Ich möchte, dass er nicht rät, sondern auf meine Hilfen wartet und sie wirklich versteht.
Und dann gab es heute noch einen kleinen besonderen Moment. Irgendwie fühlte es sich genau richtig an, das Kruppeherein zum ersten Mal auszuprobieren. Ohne große Erwartungen – einfach, um zu schauen, was Henry damit macht.
Und genau das war spannend zu beobachten. Henry fand die neue Aufgabe unglaublich interessant. Man konnte richtig sehen, wie er über die Bewegung nachgedacht hat. Es war noch längst nicht perfekt – und das musste es auch gar nicht sein. Für mich zählt vielmehr, dass er beginnt, seinen Körper immer bewusster wahrzunehmen und Freude daran entwickelt, neue Aufgaben gemeinsam mit mir zu entdecken.
Genau diese kleinen Momente machen für mich den Reiz der Ausbildung aus. Nicht das perfekte Ergebnis, sondern der Weg dorthin. Schritt für Schritt wächst Henry an jeder neuen Aufgabe – und ich gleich mit ihm.

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https://youtu.be/Py5VHpIhgKU

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