Princess trabt unter dem Reiter

Der Trab war ein großes Thema bei Princess. Am Anfang war sie immer sehr angespannt und hat sich sehr festgehalten. Besonders schwierig war und ist nach wie vor die rechte Hand. Dort stellt sie sich am liebsten nach außen und kommt mit der Hinterhand weit in die Bahn.

Dazu kam das Problem des Stolperns. Am Anfang ist sie auch beim freien Traben oder Traben an der Longe extrem gestolpert. Sie ist sogar richtig hingefallen.

Unter dem Reiter war das Problem natürlich noch stärker. Verschiedene Ideen habe ich ausprobiert. Den Behang vorne an den Hufen kürze ich, so dass sie auf keinen Fall darauf treten kann. Sie hatte viele Möglichkeiten den Trab für sich auszuprobieren. Im Freilauf, in der Dualaktivierung und in der formgebenden Longenarbeit. Im Stehen haben wir die Hilfengebung besprochen und diese mit in den Schritt genommen und auch im Trab thematisiert.

Bei der Arbeit am Boden wurde das Traben langsam aber kontinuierlich stabiler. Das Tempo wurde gleichmäßiger und das Festhalten am Anfang des Trabens löste sich immer schneller auf.

Die Arbeit unter dem Sattel im Schritt wurde auch stabiler, aber der Trab war immer noch schwierig. Immer mal wieder probierte ich aus, was der Trab heute so sagt.

Richtig gut geholfen hat Folgendes:
Auf den Zirkelpunkten haben Tore mit Hütchen eine optische Hilfe geschaffen, um Princess den Weg zu weisen. Das hat ihr sehr viel Sicherheit gebracht. Der Unterricht bei Kathrin hat mir eine sehr gute Idee für meinen Sitz und die Kommunikation damit gebracht. Da Princess sehr gut auf den Sitz hört, konnte ich ihr damit gut erklären, wie sie auf dem Zirkel besser zurecht kommt. Dadurch wurde der Schritt entspannt, aber stabil. Sogar auf der schwierigen rechten Hand gab es eine schöne Formgebung.

Heute habe ich dann den Trab wieder dazu genommen. Die Idee wie ich das mache habe ich aus einer Unterrichtseinheit bei Marius mit einem anderen Pferd bekommen. Im Antraben durfte Princess die Richtung, in die sie läuft selber bestimmen. Dazu genommen habe ich auch wie lange sie trabt. Ich habe sie also über Stimme und einen kurzen Impuls am Schenkel zum Traben aufgefordert, aber ihr überlassen, wann sie antrabt, in welchem Tempo und in welche Richtung.
Sie schwingt sich dann ganz langsam von Schritt in den Trab. Vorher ist sie immer mit einem super rausschiebenden Hinterbein angetrabt, was sie sofort auf die Vorhand geworfen hat. Dann kam schnell das Stolpern und sie wurde sofort fest. Jetzt „schaukelt“ sie sich langsam bis zum Trab auf. Mit jeder Wiederholung bleibt sie länger im Trab. Ich denke, dass sie selber Respekt vor dem Stolpern hat und dadurch, dass sie sich selber ausprobieren kann und sich nicht gezwungen fühlt, traut sie sich immer mehr.

Besonders auf der rechten Hand kostet mich das Überwindung, denn sie stellt sich sehr schräg zum Hufschlag, aber sie trabt trotzdem an. Sie wird immer mutiger und wir schaffen eine ganze Runde. Sogar die Bodenunterschiede meistert sie.

Dann aufeinmal ist es wie ein Schalter, den sie umlegt. „Ach so geht das!“, denkt sie. Wir traben mehrere Runden hintereinander. Auf der linken Hand wird sie im tiefen Boden etwas schneller und auf dem harten Boden wieder langsamer. Erst mal lasse ich es zu, obwohl mein Kopfkino wie das Stolpern bei dem hohen Tempo wohl wird, mir einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Ich vertraue ihr, dass sie das schafft und versuche sie nicht zu stören. In den nächsten Runden versuche ich nur über meine Stimme das Tempo etwas abzufangen, was gut klappt.

Auf der rechten Hand trabt sie nun auch mehrere Runden. Ich versuche punktuell das innere Hinterbein wieder unter den Körper zu arbeiten. Sogar das schaffen wir und die starke Außenstellung verschwindet.

Ich bin total stolz auf Princess, dass sie das gemeistert hat. Am liebsten würde ich noch mehrere Runden reiten, aber langsam wird sie müde. Total zufrieden beenden wir heute unsere Einheit.

Hits: 8