In diesem Jahr starten wir sehr spät mit unserem ersten Besuch auf dem Moorhof in Lüdinghausen. Nachdem ich solange nicht dagewesen bin, hat sie wieder ein bisschen Spannung bezüglich der langen Anfahrt aufgebaut. Besonders besorgt bin ich, weil es am Wochenende so heiß werden sollte.

Am Samstagmorgen verladen wir um 7 Uhr morgens. Eigentlich rechne ich damit, dass Luci keine Lust hat und sich verweigert. Allerdings steigt sie alleine ein und ich kann die Stange schließen, ohne dass sie dagegen drückt. Die Fahrt dauert fast 2 1/2 Stunden und ist immer anstrengend für mich.

Angekommen in Lüdinghausen habe ich Zeit meinen Schlüssel aus der Unterkunft abzuholen. Dann bin ich mit Luci an der Reihe. Ich erzähle von unserem Befund und meinen Sorgen zu diesem Thema. Außerdem möchte ich noch mal genau alles zum Thema Schwungrichtung wissen. Wie immer hat Marius schnell einen Plan und wir lernen wieder viel dazu. Ich soll über dem Sattel schweben, sagt Marius. Keine Ahung, wie ich das machen soll. Doch Marius gibt mir einen wichtigen Hinweis und dann verstehe ich sofort, was er damit gemeint hat. Das Gefühl, wann ich hinter der Bewegung sitze, wird immer besser bzw. merke ich es schneller und weiß eher, was ich dann tun muss, um wieder in die Bewegung zu kommen. Luci macht sehr motiviert mit und fühlt sich gut an.

Direkt nach der ersten Einheit und auch am Ende des Wochenendes bin ich so erleichtert. Luci ist taktrein gelaufen und es war nichts von ihrem Befund zu spüren. Sie war so extrem motiviert.

Dieser ganze Themenkomplex des Ausreitens und des Verladens hat unsere Verbindung vertieft und auf eine andere Ebene gehoben. Irgendwie wirkt alles klarer für uns beide.

Am Ende des Wochenendes macht Luci mir noch ein großes Geschenk. Das Verladen zuhause hatte ich auf die Routine geschoben und ich war mir sicher, dass es in Lüdinghausen nicht klappt oder mit Diskussionen klappt. Luci blieb genau einmal stehen und kam genau einmal wieder ein Stück aus dem Anhänger und schaute einmal nach rechts und dann war sie drin und die Stange zu. Auf dem Rückweg grinste ich bis wir zuhause waren vor mich hin. Noch nie habe ich mein Pferd, seit ich 2011 das erste Mal in Lüdinghausen war, alleine verladen. Diese neue Unabhängigkeit fühlt sich einfach mal großartig an.

Zufrieden kamen wir am späten Nachmittag zuhause an. Dank der hervorragenden Belüftung im Ifor Williams war Luci komplett ungeschwitzt, obwohl es 30 Grad warm war. Wir hatten Glück, dass wir keinen Stau hatten. Meine Kurse für das nächste Jahr habe ich im Frühjahr und Herbst gebucht.

Im Juli geht es dann auf den Bent Kurs. Natürlich bin ich wieder mächtig aufgeregt.

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