Jessi kommt leider immer zu kurz, aber heute nehme ich mir für sie Zeit. Ich möchte mit ihr die Führen auf Distanz üben. Sie hat unglaublich viel Stress mit dem Reitplatz. Am liebsten möchte sie ganz nah beim Ausgang bleiben. Die Ecken mit der Hecke und dem Baum findet sie sehr gruselig. Deshalb gehe ich mit ihr in jede Ecke und gebe ihr dort ein Leckerlie, um die Ecke positiv zu besetzen. Das habe ich mit ihr vor einigen Wochen einmal gemacht. Sie wusste es noch ganz genau, so dass ich gar nicht lange erklären musste.

Anschließend nehme ich die Distanz dazu. Das möchte sie nicht so gerne, lieber wäre sie bei mir geblieben. Aber eine Gertenlänge Abstand muss sein, erkläre ich ihr. Auf der linken Hand ist sie dafür bereit, versteht die vorwärts treibende Hilfe sehr gut und zirkelt um mich herum. Auf der linken Hand möchte sie erst gar nicht vorwärts gehen. Das ist ein kritischer Moment und eine Gratwanderung. Die Hilfe muss so fein dosiert werden, dass sie angekommen wird, aber nicht zu viel Druck aufbaut. Nach einer längeren Überlegungsphase kommt sie auf die Idee einen Schritt vorwärts zu setzen. Dafür erhält sie ganz viel Lob. Das gefällt ihr sehr und sie wird immer mutiger. Nach den ersten fünf flüssigen Schritten darf sie zu mir in die Mitte kommen und erhält ein Leckerlie und Streicheleinheiten.

Auf diese Weise erarbeiten wir uns zwei flüssige Runde auf der schwierigen rechten Hand bis hin zum Handwechsel auf die andere Hand.

Eigentlich hatte ich die GoPro auf den Zaun gesteckt und freute mich schon darauf, diese gelungene Einheit anzuschauen. Leider hatte die Speicherkarte einen Speicherfehler und es war nichts abgespeichert. Sehr schade, dass hätte ich gerne mit euch geteilt.

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